Krankenkasse wechseln – So geht's in 5 einfachen Schritten
Alles, was Sie wissen müssen: Fristen, Ablauf, häufige Fehler und Tipps von Experten.
Warum überhaupt wechseln?
Die Prämienunterschiede zwischen Schweizer Krankenkassen sind enorm. Im Kanton Genf beträgt die Differenz zwischen der teuersten und günstigsten Grundversicherung bis zu CHF 425 pro Monat – das sind CHF 5'105 pro Jahr.
Dabei sind die Leistungen der Grundversicherung (KVG) bei allen Kassen gesetzlich identisch. Ein Wechsel bedeutet also: Gleiche Leistungen, tiefere Prämie.
Trotzdem wechseln die meisten Versicherten nie. Die häufigsten Gründe: Gewohnheit, fehlende Information und die Annahme, ein Wechsel sei kompliziert. Diese Anleitung zeigt, wie einfach es tatsächlich ist.
Durchschnittliches Sparpotenzial in der Schweiz
Differenz teuerste vs. günstigste Grundversicherung.
Erwachsene (ab 26)
CHF 3’596.40
CHF 299.70/Monat
Junge Erwachsene (19-25)
CHF 3’572.40
CHF 297.70/Monat
Kinder (0-18)
CHF 1’528.20
CHF 127.35/Monat
Familie (2+2)
CHF 10’249.20
CHF 854.10/Monat
Diese Zahlen zeigen den schweizweiten Durchschnitt. Ihr tatsächliches Sparpotenzial hängt von Ihrem Kanton, Alter und der gewählten Franchise ab.
Krankenkasse wechseln in 5 Schritten
Ausgangslage prüfen
Notieren Sie Ihre aktuelle Prämie, Franchise, Versicherungsmodell und allfällige Zusatzversicherungen. Das dauert 2 Minuten und ist die Basis für den Vergleich.
Angebote vergleichen
Nutzen Sie unseren kostenlosen Prämienvergleich. In 30 Sekunden sehen Sie alle verfügbaren Optionen für Ihren Wohnort – inklusive verschiedener Modelle und Franchisen.
Richtige Kasse wählen
Achten Sie nicht nur auf den Preis: Prüfen Sie auch Modellverfügbarkeit, Kundenservice und – falls relevant – Zusatzversicherungen. Bei der Grundversicherung sind die Leistungen überall gleich.
Alte Kasse kündigen
Die Kündigung muss bis 30. November beim Versicherer eintreffen (nicht nur abgeschickt!). Bei Prämienerhöhungen gilt: Kündigung bis zum letzten Arbeitstag im November. Unser Service übernimmt das für Sie.
Neue Kasse anmelden
Die Anmeldung bei der neuen Kasse erfolgt nahtlos. Am 31. Dezember endet die alte Police, am 1. Januar beginnt die neue. Zu keinem Zeitpunkt sind Sie unversichert.
5 häufige Fehler beim Krankenkassenwechsel
Zu spät kündigen
Die Frist ist der 30. November – die Kündigung muss beim Versicherer eingetroffen sein. Wer am 30. November den Brief einwirft, ist zu spät.
Zusatzversicherung vergessen
Grundversicherung und Zusatzversicherung sind unabhängig. Kündigen Sie Zusatzversicherungen nie, bevor Sie bei der neuen Kasse angenommen sind.
Nur auf den Preis schauen
Die günstigste Kasse ist nicht automatisch die beste Wahl. Prüfen Sie auch Modellverfügbarkeit und Kundenservice.
Franchise nicht optimieren
Viele Versicherte haben die falsche Franchise. Faustregel: Weniger als CHF 2'200 Arztkosten pro Jahr? Franchise CHF 2'500 wählen.
Nie vergleichen
Prämien ändern sich jedes Jahr. Wer seit Jahren bei der gleichen Kasse ist, zahlt fast sicher zu viel. Ein jährlicher Vergleich im September/Oktober dauert wenige Minuten.
Vermeiden Sie diese Fehler – lassen Sie einen Profi das erledigen.
Glossar: Die wichtigsten Begriffe
KVG
VVG
Franchise
Selbstbehalt
Prämienregion
Aufnahmepflicht
Hausarztmodell
HMO
Telmed
Unfalldeckung
Alle Fristen auf einen Blick
Wechsel per 1. Januar (alle Versicherten)
Fällt der 30. November auf ein Wochenende, verlangen einige Versicherer den Eingang am letzten Arbeitstag davor. Sicherheitshalber die Kündigung immer so früh wie möglich versenden.
Wechsel per 1. Juli (unter bestimmten Bedingungen)
Ein Wechsel zur Jahresmitte ist möglich, wenn Sie die ordentliche Franchise (CHF 300 für Erwachsene, CHF 0 für Kinder) und das Standardmodell haben. Bei höherer Franchise oder alternativem Modell (Hausarzt, HMO, Telmed) gilt nur der Termin per 1. Januar.
Detaillierte Informationen zu allen Fristen finden Sie auf unserer Fristen-Seite.
Faktencheck: «Vermittler treiben die Prämien in die Höhe»
Die Medien schreiben von einer «halben Milliarde Provisionen». Hier die tatsächlichen Zahlen – auf einen Blick. Quelle: BAG, Dashboard Krankenversicherung, opendata.swiss (Stand Feb. 2026).
Gesundheitskosten Schweiz pro Jahr
CHF 106'000'000'000
Quelle
BFS/BAG, Prognose 2026. Total aller Gesundheitsausgaben.
KVG-Prämien pro Jahr
CHF 42'200'000'000
Quelle
8,96 Mio. Versicherte x CHF 393 x 12 Monate (Prognose 2026). BAG opendata.swiss.
VVG-Prämien Krankenzusatz
CHF 13'000'000'000
Quelle
FINMA/SVV, Hochrechnung 2025 (exakt: CHF 13,4 Mrd.). Spitalzusatz, ambulant, Zahn etc.
Versichererwechsel 2023/24
750'452
Quelle
BAG Dashboard Krankenversicherung. 8,4% aller Versicherten haben gewechselt.
Bezahlte Provisionen KVG + VVG
CHF 480'000'000
Quelle
Medien-Claim «halbe Milliarde». Grund- und Zusatzversicherung zusammen.
Davon Grundversicherung (max.)
CHF 52'500'000
Quelle
750'452 Wechsel x CHF 70 = Maximalrechnung. Nicht alle wechseln über einen Berater.
Vergütung pro Wechsel KVG
CHF 70
Quelle
Branchenvereinbarung, allgemeinverbindlich seit September 2024.
KVG + VVG Prämien vs. Bezahlte Provisionen
= 0,87% des Prämienvolumens.
KVG-Prämien vs. KVG-Vergütungen
= 0,12% des KVG-Prämienvolumens. Selbst wenn alle 750'452 Wechsel über einen Berater liefen.
Einordnung
Die «halbe Milliarde» enthält grossmehrheitlich Provisionen aus Zusatzversicherungen (bis CHF 8'000 pro Abschluss). Ein Teil fliesst zudem an kasseneigene Tochtergesellschaften und deren Vertriebsorganisationen – nicht an unabhängige Berater.
Wohin das Geld fliesst (CHF 92,9 Mrd., 2022)
Quelle
BFS 2022 / moneta.ch. Übrige: Medikamente, Spitex, Prävention etc. Finanzierung: 60% private Haushalte, 32% Staat, 5% Unternehmen.
Die Prämien steigen, weil die Gesundheitskosten steigen – nicht wegen CHF 70 pro Vermittlerwechsel. Wer wegen dieser Schlagzeilen nicht wechselt, spart nichts – und zahlt weiterhin Hunderte Franken zu viel pro Jahr.
Häufige Fragen
Kann ich auch unter dem Jahr wechseln?
Ja, unter bestimmten Bedingungen. Wer die ordentliche Franchise (CHF 300) und das Standardmodell hat, kann auch per 1. Juli wechseln – Kündigung bis 31. März. Bei höherer Franchise oder alternativem Modell (HMO, Hausarzt, Telmed) ist der Wechsel nur per 1. Januar möglich. Bei Prämienerhöhungen gilt zusätzlich ein ausserordentliches Kündigungsrecht.
Sind die Leistungen wirklich bei allen Kassen identisch?
Ja, zu 100%. Die Grundversicherung (KVG) ist gesetzlich geregelt. Jede Kasse muss exakt den gleichen Leistungskatalog anbieten – ob Arztbesuche, Spitalaufenthalte, Medikamente oder Mutterschaft. Ein Wechsel bedeutet: Sie erhalten identische Leistungen und zahlen weniger.
Was ist der Haken – warum ist die Beratung kostenlos?
Es gibt keinen Haken. Kostenlose Beratung ist in der Versicherungsbranche der Standard. Der Berater erhält eine Vergütung von der Versicherungsgesellschaft – aber nur, wenn es tatsächlich zu einem Wechsel kommt. Bei der Grundversicherung liegt diese Vergütung bei rund CHF 70. Wenn ein Berater sich 2 Stunden Zeit nimmt, um Offerten vorzubereiten und Sie persönlich zu beraten, entspricht das CHF 35 pro Stunde – und nur bei Erfolg. Wechseln Sie nicht, geht der Berater leer aus. Der vermeintliche «Haken» existiert nicht. Viele Schweizer suchen ihn trotzdem – und bleiben deshalb bei einer zu teuren Kasse.
Wird meine Prämie teurer, wenn ich über einen Berater wechsle?
Nein – im Gegenteil. Die Prämien der Grundversicherung sind gesetzlich festgelegt und bei jedem Abschlusskanal identisch. Ob Sie direkt bei der Kasse abschliessen oder über einen Berater: Die Prämie ist exakt dieselbe. Der Unterschied: Die Versicherung zahlt bei einem Direktabschluss deutlich mehr für Werbung, Onlinemarketing und Verwaltung, um neue Kunden zu gewinnen. Die Vermittlungsvergütung von rund CHF 70 an den Berater ist für die Kasse günstiger als die Kosten der Direktakquise. Sie zahlen also keinen Rappen mehr – aber Sie erhalten persönliche Beratung, Offertvergleich und den kompletten Wechselservice dazu.
Kann mich die neue Kasse ablehnen?
Nein. Bei der Grundversicherung besteht eine gesetzliche Aufnahmepflicht. Keine Kasse darf Sie ablehnen – egal wie alt Sie sind, welche Vorerkrankungen Sie haben oder wie oft Sie zum Arzt gehen. Das gilt in der ganzen Schweiz, für jeden.
Was passiert mit meiner Zusatzversicherung?
Die Zusatzversicherung ist unabhängig von der Grundversicherung. Sie können Grund- und Zusatzversicherung bei verschiedenen Anbietern haben. Wichtig: Kündigen Sie eine Zusatzversicherung nie, bevor die neue Kasse Sie angenommen hat. Unsere Berater prüfen das für Sie.
Verliere ich meinen Versicherungsschutz beim Wechsel?
Nein. Der Übergang ist nahtlos und gesetzlich garantiert: Ihre alte Versicherung endet am 31. Dezember, die neue beginnt am 1. Januar. Es gibt keine Lücke – zu keinem Zeitpunkt sind Sie unversichert.
Treiben Vermittlerprovisionen die Krankenkassenprämien in die Höhe?
Nein. Ein Berater erhält CHF 70 pro Wechsel in der Grundversicherung. Die «halbe Milliarde», von der die Medien schreiben, beinhaltet grossmehrheitlich Zusatzversicherungen – das wird in den Schlagzeilen gerne weggelassen. Rechnet man nur die Grundversicherung, landet man bei einem Bruchteil eines Prozents des Prämienvolumens. Die Prämien steigen wegen der Gesundheitskosten, nicht wegen CHF 70 pro Vermittlerwechsel. Alle Zahlen und Quellen finden Sie im Faktencheck weiter oben auf dieser Seite.
Steigen die Prämien jedes Jahr?
Ja. Die Krankenkassenprämien steigen seit Jahren kontinuierlich: 2024 um 8,7%, 2025 um 6%, 2026 um 4,4%. Der Grund sind die steigenden Gesundheitskosten – die Schweiz gibt über CHF 100 Milliarden pro Jahr für Gesundheit aus. An den Kosten können Sie als Einzelperson wenig ändern. Was Sie aber tun können: Ihre Prämie optimieren. Kasse wechseln, Franchise anpassen, Modell prüfen. Wer das jedes Jahr macht, kann der Prämienerhöhung aktiv entgegenwirken – und zahlt oft trotz Erhöhung weniger als im Vorjahr.
Lohnt sich der Aufwand wirklich?
Absolut. Schweizweit liegt die durchschnittliche Differenz zwischen teuerster und günstigster Kasse bei über CHF 3'500 pro Jahr – für identische Leistungen. Und der Aufwand? Minimal. Unsere Berater übernehmen alles: Vergleich, Kündigung, Anmeldung. Sie unterschreiben nur.
Zahlen Sie die tiefste Prämie? Wahrscheinlich nicht.
Jede Prämie über dem Minimum ist zu viel – denn die Grundversicherung ist überall identisch. Lassen Sie Ihre Situation kostenlos von einem Berater prüfen und sehen Sie, was möglich ist.